Urlaub in Ghana
Auf neuen Wegen in Westafrika
Gerne nehmen wir euch mit auf unsere Reise durch Ghana. Auf unseren Reisen durften wir schon viele Teile der Welt und fremde Kulturen kennenlernen. Unsere Reise nach Ghana war allerdings ein absolut neues Erlebnis und ein Eintauchen in eine Welt, welche wir uns so überhaupt nicht vorstellen konnten …
Unsere Ghana Reise
Warum Ghana?
Warum Ghana? Und wo ist Ghana? Das waren zumeist die ersten unausgesprochene Fragen, mit welchen wir konfrontiert waren, wenn wir von unserem Reiseziel erzählten. Nach unserer Reise durch Südafrika und Swasiland ist in uns der Wunsch gereift, das richtige und authentische, tiefe Afrika kennenlernen zu wollen. Somit haben wir den touristischeren Süden und Norden sowie die Safari-Länder im Osten ausgeschlossen. Übrig geblieben ist Westafrika, von welchen viele mit Reisewarnungen belegt waren. Somit blieb die Wahl auf Senegal, Gambia, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin und Gabun, von welchen wir uns für Ghana und Togo entschieden haben. Die aktuellen Reisewarnungen findet ihr auf der Website des Außenministerium Österreich oder des Auswärtigen Amtes in Deutschland.
Wissenswertes über Ghana
Zunächst einmal muss einem bewusst sein, dass Ghana im Gegensatz zu vielen anderen Ländern über wenig Sehenswürdigkeiten verfügt. Auch auf Komfort sollte man sich bei einer Reise nach Ghana nicht einstellen. Es gibt zwar ausreichend Hotels, der Standard liegt aber deutlich unter jenem, welchen wir in Europa gewohnt sind.
Dafür darf man ein absolut authentisches Land fernab allem, was wir gewohnt sind, kennenlernen. Auf unserer dreiwöchigen Reise haben wir kaum andere weiße Menschen gesehen, und wenn ja, waren diese Entwicklungshelfer. Urlauber oder Backpacker haben wir nicht gesehen.
Auf unserer Reise waren wir für viele Kinder die ersten weißen Menschen, welche sie je gesehen haben. Viele Kinder, aber auch Erwachsene, wollten uns einfach nur berühren, manche Kinder liefen aber auch weinend weg. Stichwort Kinder: Die gibt es in Ghana ausreichend. Durchschnittlich gebärt eine Frau 4,9 Kinder und das durchschnittliche Lebensalter liegt bei circa 19 Jahren. Unsere Reise war vielmehr davon geprägt, die Kultur und Menschen kennenzulernen.
Ghana hat viele verschiedene Landessprachen, aber Englisch ist die Amtsprache, welche von den meisten Ghanaern auch gesprochen wird. Die Kommunikation ist somit verhältnismäßig einfach und man kommt auch sehr leicht mit den Menschen ins Gespräch.
Die Menschen in Ghana sind äußerst herzlich und wir haben uns von der ersten Minute an wohl gefühlt. Einen Wohlfühl-Urlaub sollte man sich allerdings in Ghana nicht erwarten. Auch ist man durchaus mit viel Armut konfrontiert. Grundsätzlich gibt es in Ghana nichts zu kaufen, was nicht unbedingt zum (über) leben notwendig ist, mit einer Ausnahme: Smartphones.
Eines muss man in Ghana aber immer beachten: Die Ghanaer mögen es nicht, wenn sie ungefragt fotografiert werden. Hier muss man immer ihre Zustimmung einholen
Ghana und seine Märkte
Auch gewöhnungsbedürftig ist das Einkaufen in Ghana. Geschäfte, wie wir sie kennen, gibt es nicht. Gekauft wird alles frei von der Straße weg an den Märkten. Diese gibt es dafür zuhauf. Große Planungen sind somit nicht nötig, außer man ist wirklich weit fernab der Zivilisation. In Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas, liegt der größte Markt Westafrikas. Ein Besuch sollte auf einer Ghana Reise nicht fehlen.
Stay connected in Ghana
Im Vergleich zur restlichen Infrastruktur ist das Kommunikationsnetz in Ghana fast überall gut ausgebaut. Wir nutzten eine E-Sim von Airalo und hatten überall Zugang zum World Wide Web, wenn auch nicht überall in bester Qualität. Aber natürlich erleichtert es die Reiseplanungen ungemein.
Wie arm ist Ghana
Hier sollte man zunächst die Frage beantworten, was „arm sein“ wirklich bedeutet. Unserer Ansicht nach leben wir im Westen mit vielen unnötigen Dingen, welche ein Leben nicht wirklich bereichern. Aber diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Verglichen mit unserem zweiten Reiseziel Togo erschien uns Ghana noch relativ wohlhabend. Wobei wohlhabend hier mit Sicherheit der falsche Begriff ist. Wie bereits geschildert, gibt es in Ghana keinen Luxus. Je ländlicher die Regionen waren, desto größer war auch die Armut zu spüren. Unser Gefühl war allerdings, dass die Menschen mit dem was sie haben, glücklich sind. Bildung ist den Ghanaern besonders wichtig. Es wird auch deutlich darauf hingewiesen, dass bettelnden Kinder kein Geld gegeben werden soll. Sie sollten nicht das Gefühl bekommen durch betteln mehr zu erreichen als durch Bildung. Auch wird versucht, jungen Mädchen zu verdeutlichen, erst ab 18 Jahren Kinder zu bekommen und sich nicht von ihren gleichaltrigen Jungen mit kleinen Geldgeschenken zum Geschlechtsverkehr überreden zu lassen.
Kosten eines Ghana urlaubs
Ein Urlaub in Ghana ist verhältnismäßig teuer. Insbesondere die Kosten, welche man tragen muss, bis man überhaupt im Land ankommt, beliefen sich bei uns inklusive Impfungen, Medikamente, Flug und Visum bei circa 1.300 Euro pro Person. Im Land selbst haben wir dann circa weitere 400 Euro für 10 Tage benötigt. Hier muss erwähnt werden, dass wir Low-Budget-Reisende sind. Unten findet ihr eine Auflistung über die Kosten, welche ihr in Togo erwarten könnt.
- Flug: 1.000,00 (je nach Reisezeit auch günstiger)
- Visa: 110,00
- Medikamente: 150,00 (mit Malaria Prophylaxe)
- Hotels: 15,00 bis 40,00 für Doppelzimmer
- Transporte: kurze Strecken 1,00 – 2,00, längere Strecken bis zu 12,00 (nur öffentliche Verkehrsmittel, private sind natürlich teurer)
- Mahlzeiten: 6,00 (einfach Restaurants)
- Touren und Aktivitäten: 5,00 – 10,00
Optimale reisezeit
In Ghana unterscheidet man nicht zwischen Sommer, Herbst, Winter und Frühling, sondern in Trockenzeit (November bis April) und Regenzeit (Mai bis Oktober). Im August gibt es ebenfalls eine kurze Trockenzeit. Grundsätzlich sind die nördlichen Regionen wärmer als die südlichen. Das Klima ist ganzjährig tropisch. Wir waren Ende Juli und Anfang August in Ghana. Die Temperaturen waren mit ca. 27 Grad und meist bedeckten Himmel durchaus angenehmer als wir uns vorgestellt hatten. Zumeist konnten wir auch ohne Klimaanlage, nur mit einem Ventilator gut schlafen. Vereinzelte Tage waren regnerisch, aber nicht wirklich störend. Wenn wir nochmal Westafrika besuchen, wobei unsere Wahl hierbei vermutlich auf Sierra Leone fallen wird, wählen wir sicher wieder den gleichen Zeitraum aus.
Rucksack oder Koffer
Ganz klar, ein Rucksack. Bestenfalls nicht allzu groß, da man teilweise ganz schöne Strecken zurücklegen muss. Wir nutzten für unsere Reise 42 Liter Rucksäcke. Natürlich mussten wir mit unserem Gepäck aber sparsam sein.
Transport in Ghana
Da wir Ghana möglichst authentisch erleben wollten, nutzten wir ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel. Das bedeutet in Ghana in den Städten Taxi’s, über große Distanzen Minibusse oder die großen VIP Busse und für mittere Distanzen die sogenannten Tro Tro’s. Da im Grunde alle Ghanaer öffentliche Verkehrsmittel nutzen, war es auch relativ einfach von A nach B zu finden. Einzig etwas Geduld ist nötig, da die Fahrzeuge in der Regel erst losfahren, wenn sie voll sind. Und voll heißt, übervoll! Auch an die Fahrtzeiten muss man sich in Ghana gewöhnen und die Daten aus Google Maps liegen weit daneben.
Taxis können in den größeren Städten via Uber, Bolt oder noch günstiger via Yango App geordert werden. Möglich sind natürlich auch Taxis von der Straße weg zu ordern, meist aber auch etwas teurer.
Tro Tro’s sind Minibusse mit wenig Komfort. Viel Platz zum Beine strecken bleibt hier nicht. Auch der Zustand der Fahrzeuge, egal ob Taxis oder Tro Tro’s ist häufig sehr, sehr schlecht. Die Tachos funktionierten z.b. in den seltensten Fällen. Wir haben die Fahrten mit den Tro Tro’s aber genossen.
Minibusse, häufig Ford-Busse, genannt, sind die etwas komfortablere Version von Tro Tro’s und können auch für längere Reisen durchaus genutzt werden.
Die großen VIP Busse sind zuverlässig und bequem. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass sie deutlich langsamer sind als die Minibusse.
Ghana und seine Strände
Die Strände von Ghana sind wunderschön. Außer: Sie sind leider komplett zugemüllt und das Plantschen aufgrund der extremen Strömungen lebensgefährlich. Während unseres gesamten Aufenthalts haben wir niemanden gesehen, der im Meer geschwommen ist. Auch muss man ständig schauen, wo man seinen nächsten Tritt macht, da auch die (kleine und große) Notdurft einfach am Strand erledigt wird.
Ghana und der Müll
Der Müll ist leider auch im restlichen Ghana ein großes Problem. Eine funktionierende Müllentsorgung scheint es nicht zu geben und Abfalleimer sind praktisch nicht existent. Alles wird einfach dort weggeworfen, wo man sich gerade befindet. Auch das war für uns eine ganz neue Erfahrung. Ein derartiges Ausmaß haben wir bisher auf unseren Reisen noch nicht erlebt.
Begräbnisse in Ghana
Die Art und Weise, wie Menschen in Ghana mit verstorbenen Menschen umgehen, lernten wir auf grausame Weise kennen. Bei einer Taxifahrt durch Accra überholten uns plötzlich einige Motoradfahrer mit Schrottflinten in der Hand und feuerten direkt neben uns Schüsse in den Himmel. Da unser Taxifahrer daraufhin aufs Gas stieg, dachten wir, dass ist jetzt ernst. Anschließend erklärte er uns, dass Begräbnisse in Ghana über mehrere Tage gefeiert werden und die Menschen glücklich sind, dass der Verstorbene an einen besseren Ort kommt. Bereits zu Lebzeiten wählt ein Ghanaer seinen Sarg sorgfältig aus. Für uns war es eine doch interessante Erfahrung, wenngleich der Schock tief saß.
Unsere Reiseplanung
Während für viele Länder der Welt ausreichend Blogs, Reiseführer oder ähnliches zur Verfügung stehen, ist die Reiseliteratur für Ghana eher dürftig. Wir kauerten uns durch die verfügbaren Quellen durch und orderten sogar einen Reiseführer von Philipp Briggs. Restlos wurden unsere Fragen aber bis zu unserer Ankunft nicht beantwortet. Auch deshalb ist Ghana vielleicht nicht das geeignete Land für einen ersten Backpacking Trip.
Impfungen
Den Startschuss unserer Reisevorbereitungen bildete die Auffrischung sämtlicher Reiseimpfungen. Insbesondere eine Gelbfieber-Impfung ist verpflichtend. Ohne dieser darf man weder in Ghana noch in Togo einreisen. Eine Auflistung sämtlicher empfohlener Impfungen findet man auf der Website des Tropeninstituts. Die größte gesundheitliche Gefahr geht von den von Moskitos übertragenden Krankheiten, beispielweise Malaria,Krim-Kongo-Fieber, Dengue-Fieber, etc., aus. Ausreichend Insektensprays mit hohem Deet-Wert sollte somit im Reisegepäck mit dabei sein. Im gesamten Land herrscht ganzjährig ein hohes Malaria Risiko vor. Die Mitnahme von Malaria-Tabletten ist somit obligatorisch. Ob diese prophylaktisch oder als Notfallmedizin eingenommen werden, muss jeder für sich bzw. mit seinem Arzt abklären. Wir haben uns für die prophylaktische Einnahme entschieden.
Flüge
Wir haben unsere Flüge auf Swoodoo gebucht. Insbesondere im Herbst und im Frühjahr gibt es hier recht günstige Flüge. Leider war unsere Reisezeit im Juli und im August und unsere Flüge dadurch auch etwas teurer. Gebucht hatten wir letztendlich einen Flug mit der Turkish Airline über Istanbul nach Accra.
Visum
Für die Einreise nach Ghana wird ein Visum benötigt, welches vorab in der Botschaft eures Landes beantragt werden muss. Die Anträge erfolgen zunächst online, bevor die Reisepässe postalisch in die Botschaften gesendet werden müssen. Für den Online Antrag benötigt ihr bereits eine Flugbuchung und eine Hotelreservierung in Ghana. Ebenso müsst ihr einen Host angeben. Wir haben hier unser Hotel genannt und es war so auch akzeptiert. Unser Online-Antrag hat letztendlich circa 5 Stunden gedauert. Die Dauer bis wir unsere Reisepässe wieder in Händen halten konnten, war circa eine Woche. Rechnet aber einen ausreichenden Zeitpuffer ein. Inklusive Postversand kostet ein Visa für Ghana EUR 110,00. Eine Visa-on-Arrival gibt es in Ghana leider nicht.
Reiseroute
Nachdem die Impfungen, Visas und Flugbuchungen erledigt waren, ging es an die Detailplanung. Allzu viel planen wir auf unseren Reisen selten im Voraus. Einzig eine grobe Reiseroute legen wir fest. Auch die Transportmöglichkeiten, also die Möglichkeiten von A nach B zu gelangen, und die Buchungsmöglichkeiten von Hotels interessieren uns. Booking.com ist beispielsweise nicht überall nutzbar und wir buchten zumeist direkt vor Ort. Andere Hotelgäste trafen wir auf unserer gesamten Reise kaum. Da wir auf unserer Reise auch noch Togo besuchten, haben wir uns in Ghana auf den südlicheren Teil konzentriert uns versucht allzu lange Fahrten zu vermeiden. Unsere Reiseziele waren Accra, Cape Coast und Elmina, Kumasi und seine Dörfer, Akosombo, Mafi-Adidome und Keta, bevor es weiterging nach Togo.
Da wir in unseren Urlauben gerne viele verschiedene Regionen besuchen und stets auf Achse sind waren 9 Tage für den Besuch des südlichen Ghanas ausreichend für uns. Wenn man es lieber etwas gemütlich angeht, sollte man allerdings eher mit 14 Tagen rechnen. Möchte man auch die nördlicheren Regionen besuchen, sollte man eher drei Wochen einplanen.
Los geht's
Tag 1: Ankunft in Ghana
Pünktlich um 10:30 steigen wir in München in das Flugzeug und fliegen via Istanbul nach Accra, wo wir um 21:15 Ortszeit und mit Angina und 39 Grad Fieber landen. Natürlich ein perfekter Zeitpunkt um krank zu sein… Am Flughafen angekommen verläuft die Einreise dank unseres Visas und unseres Gelbfieber-Nachweises problemlos. Am Baggage Claim allerdings die böse Überraschung. Das Gepäck hat Ghana nicht erreicht, genauso wie die Gepäckstücke von mindestens 100 weiteren Passagieren. Später konnte ich im Internet lesen, dass dies bei Ankünften mit der Turkish Airline in Accra eher die Regel als die Ausnahme ist. Wir stellten uns also in das heillose Chaos beim Schalter an, um die Formalitäten zu erledigen. Unsere Gepäckstücke kamen dann 1 bzw. 2 Tage später doch noch an. Via Bolt erreichten wir dann schnell und einfach unser Hotel in Accra.
Tag 2 in Accra
Während ich meine Angina im Hotel auskurierte zog Dalma los, um die verschiedenen Sehenswürdigkeiten in Accra zu besichtigen. Dazu zählt auf jeden Fall die Innenstadt Accras und der gleich angrenzende Strand inklusive Jamestown mit seinem Leuchtturm. Da das Angebot an Sehenswürdigkeiten in Ghana aber generell eher gering ist und wir ohnehin mehr Interesse an Land, Leute und Kultur hatten, war uns das egal. Gegen Abend fanden wir in Hotelnähe noch ein Restaurant. Ernährt haben wir uns aber vorwiegend von Huhn und Reis. Aber natürlich haben wir auch das Nationalgericht „Fufu“ gekostet. Am Abend konnten wir dann zumindest eines unserer Gepäckstücke am Flughafen abholen.
Tag 3 in Accra
Nachdem auch ich nun langsam dank Antibiotika wieder etwas fitter wurde und ohnehin noch eines unserer Gepäcke fehlte, blieben wir noch eine weitere Nacht in Accra. Generell reicht ein Tag in Accra aber aus. Gemeinsam erforschten wir die verschiedenen Märkte in Accra und spazierten entlang des Strandes in Accra. Wer nun an einen paradiesischen Strand denkt, der muss leider enttäuscht werden. Die Strände waren voller Müll und Fäkalien und vieles weitere wird in Ghana leider einfach per Ozean entsorgt.
Schön war, dass wir beinahe an jedem Straßeneck sehr eng mit den Ghanaern in Kontakt kamen. Natürlich fielen wir allein wegen unserer Hautfarbe auf und wurden auch sehr häufig von den Ghanaern angesprochen, welche mindestens gleich interessiert an uns waren wie wir an ihnen. Unser nächstes Ziel war Jamestown mit seinem berühmten Leuchtturm. Hier konnten wir das erste Mal in die Sklavengeschichte Westafrikas eintauchen. An vielen Orten entlang der Küsten wurden in den 1850er Jahren Burgen und Gefängnisse gebaut, in welchen die Sklaven bis zu ihrer Verschiffung nach Amerika oder Europa festgehalten wurden. Ein grausamer Gedanke… Guides vor Ort lohnen sich hier sehr. Auch unser letztes Gepäckstück mit unserem gesamten Medikamenten erreichte zum Glück an diesen Abend Accra.
Tag 4 in Cape Coast
Frühmorgens verließen wir bereits das Hotel und machten uns auf zur Kaneshie VIP Station und hatten Glück, da der Bus bereits voll war und wir die letzten freien Plätze ergatterten. Somit dachten wir, dass wir bereits früh die kurze Strecke nach Cape Coast schaffen werden. Immerhin waren es ja auch nur 137 Kilometer. Leider wurden wir aber enttäuscht. Unsere Reise dauerte ganze 6 Stunden und ging über große Teile über teils sandige, mit Schlaglöchern versehenen Straßen. Irgendwann kamen wir dann aber doch noch an und checkten in unser Hotel ein. Anschließend machten wir uns zugleich auf zur (fast) einzigen Sehenswürdigkeit Ghanas, dem Cape Coast Castle. Das Cape Coast Castle ist eine alte Sklavenburg, in welchen die Sklaven bis zu ihrer Verschiffung gefangen gehalten wurden.
Das Castle liegt direkt an einem Fischerhafen, wo reges Treiben vorherrschte. Viele Fischer kamen an oder verließen den Hafen mit ihren kleinen Fischerbooten. Schön zu sehen war auch der Zusammenhalt innerhalb der Gruppen. Generell spielt sich das Leben in Ghana draußen ab. Auch hier wurden wir sofort eingebunden und durften tatkräftig mitarbeiten. Wir machten dann noch einen kurzen Abstecher zu dem nahe gelegenen Elmina, welches kaum mehr als 10 Kilometer entfernt von Cape Coast liegt und auch eine Sklavenburg beherbergt.
Tag 5 in Kumasi
Frühmorgens machten wir uns auf den Weg zur Bus Station in Cape Coast und fuhren mit einem Ford-Bus circa 5h in die zweitgrößte Stadt von Ghana, Kumasi. Dort angekommen lernten wir auch, nie ein Fahrzeug zu besteigen ohne den Preis vorher abgesprochen zu haben. Unser Tricycle Fahrer wollte in etwa das 10-fache des üblichen Preises haben. Dafür erfüllte unser Hotel, in welches wir eincheckten seinen Zweck. Am Nachmittag machten wir uns zugleich auf zum größten westafrikanischen Markt. Da wir dort allerdings an einem Sonntag waren, war er etwas kleiner als üblich. Trotzdem überwältigend. In Kumasi spürte man zugleich, dass die Armut deutlich größer war, als entlang der Küste von Ghana. Dafür hatte an den Eindruck, dass die Menschen noch herzlicher waren.
Tag 6 in Kumasi's Dörfern
Da wir Ghana so authentisch wie möglich erleben wollten, durfte natürlich ein Ausflug in entlegene Dörfer nicht fehlen. Kumasi bietet hier eine gute Möglichkeit, da die sogenannten Tro Tro’s praktisch in alle Richtungen und jederzeit abfuhren. Wir schlenderten von einem Ort zum nächsten und hatten das Gefühl in eine andere Welt einzutauchen. Und wieder: Überall wurden wir von den Ghanaern herzlich aufgenommen und in die Gruppen integriert.
Gegen Abend entschieden wir uns für unsere Rückreise nach Accra. Entgegen aller Empfehlungen nicht nachts zu fahren fuhren wir mit einem VIP Bus von Kusami nach Accra zurück und dachten so gegen 22:00 Uhr dort anzukommen. Natürlich waren wir auch hier wieder weit daneben und erreichten Accra erst gegen 02:00 Uhr morgens. Mitten in der Nacht ein brauchbares Taxi von der Kaneshie Bus Station zu unserem gebuchten Hotel zu finden war gar nicht so leicht. Und auch die Gegend rund um die Bus Station in Accra war wenig einladend um diese Uhrzeit. Totmüde fielen wir ins Bett.
Tag 7 in Akosombo
Frühmorgens machten wir uns wieder auf den Weg zur Bus Station in Accra, bei welcher die Busse Richtung Osten fuhren. Nach etwa 3 Stunden und etwas angeschlagenen Mägen erreichten wir auch schon Atimpoku und eine kurze Taxifahrt später Akosombo. Dieser Ort liegt am größten Stausee Westafrikas und wird auch militärisch gut überwacht. Hier tauchten wir wiederum in eine andere Welt ein. Fernab von Müll waren wir hier umgeben von schönen Wanderhügeln und schönen Wäldern. Auch der Wohlstand war hier um einiges höher als wir es von Kumasi gewohnt waren. Wir erkundeten die Ortschaft und schlossen Bekanntschaft mit den Marktdamen. Auf unserer Wanderung zum nächsten Ort lernten wir ein völlig anderes Bild von Ghana kennen. Vermutlich wäre auch ein Ausflug nach Hohoe zu den Wli Wasserfällen wert. Wir ließen diesen aber aus, da wir auf unserer Weiterreise in Togo nur einen Steinwurf davon entfernt waren.
Tag 8 nach Mafi Adidome und weiter nach Keta
Langsam etwas müde fuhren wir auf unserer Weiterreise mit verschiedenen Tro Tro’s durch zahlreiche Dörfer und machten einen Stopp in Mafi Adidome. Das war ursprünglich zwar nicht geplant, war aber eine durchaus lohnende Pause. Auf den Weg dorthin lernten wir einen Lehrer kennen, welcher uns zugleich als Guide bei einem Bootsausflug auf dem Volta River diente. Hier erfuhren wir vieles über das tägliche Leben der Ghanaer und auch die Landschaft war sehr reizvoll.
Nach unserem Zwischenstopp ging es weiter nach Keta. Keta ist umrandet von einem See auf der einen Seite und dem Atlantik und wunderschön. Einzig die Suche nach unserer Unterkunft gestaltete sich schwierig und wir lernten, dass Unterkünfte nicht immer dort sind wo Google Maps sie vermutet. Aber auch hier wurde uns geholfen. Als Unterkunft diente uns das A&Y Wild Camp. 4 Wände erbaut direkt auf dem Sandstrand. Der Boden in unserer kleinen Hütte war Sand und geduscht wurde aus Wasserkübeln.
Tag 9 in Keta
Keta war sicher der schönste Ort, den wir in Ghana zu sehen bekamen. Die Strände waren deutlich weniger zugemüllt und wunderschön. Einzig die starken Strömungen ließen ein Baden im Meer nicht zu. Umso interessanter war die Teilnahme am Leben der Fischer. Auch hier zeigte sicher der starke Zusammenhalt innerhalb der Gruppen. Auch bekamen wir eine Führung von einem Schweine-Wirt. Einem Fischer, der nebenbei Schweine züchtete.
Auch hier liegt eine fast verfallene alte Slavenburg, welche schön anzusehen ist. Ein Spaziergang entlang der Strände ist definitiv sehenswert. Nach unserem bisherigen Programm konnten wir hier etwas entspannen.
Tag 10 und unsere Weiterreise nach Togo
Wir haben unsere Tage in Ghana sehr genossen, auch wenn es defintiv weit ferab eines entspannenden Urlaubs ist. Wir konnten das Land, die Leute und die Lebensweisen der Ghanaer sehr gut kennenlernen und können eine Reise dorthin für Abenteuerlustige definitiv empfehlen. Aufgrund dessen, dass sich kaum andere Backpacker in Ghana aufhalten erlebt man Afrika noch hautnah. Als erste große Reise würden wir es eventuell weniger empfehlen. Wenn es euch interessiert hat und wir auch euch einen Einblick in das „tiefe“ Afrika geben konnten, könnt ihr euch auch gerne unseren Reisebericht in Togo durchlesen.
Über uns
Dalma & Markus
Als gebürtige Ungarin und gebürtiger Österreicher leben wir im Salzburger Land inmitten der Alpen. Dalma ist selbständige Physiotherapeutin, Markus arbeitet im Sommer in einer Online-Marketing Agentur und im Winter als selbständiger Skiguide in Lech/Zürs am Arlberg. Abseits unserer Arbeit nutzen wir jede freie Sekunde, um die Welt etwas besser kennenzulernen. Unsere Reisen haben uns schon auf alle Kontinente dieser Welt verschlagen. Je exotischer, desto lieber sind uns unsere Reiseziele. Gerne könnt ihr uns auch über unsere Social Media Kanäle kontaktieren.